(Quelle: bonusocean, via domuna)
VEXIERBILDER
Körper
und Raum verschwimmen diskursiv, werden zu sich gegenseitig bedingenden
Konzepten. Räume werden mit Metaphern des Körperlichen belegt und Körper analog
zu Raumgefügen besprochen. Frauen*körper werden dann zu Häusern, die ‚bewohnt‘
werden sollen. Von Kindern und Ehemännern* natürlich, von wem auch sonst.
Gleichsam wird Raum vergeschlechtlicht und eingefügt in eine
zweigeschlechtliche Matrix. Es gibt Herren*zimmer, in denen geraucht wird und
über Politik gesprochen, es gibt die Küche, die nach wie vor zu einem Ort der
‚weiblichen*‘ Tätigkeit stilisiert wird. Diese dichotomen Unterscheidungen
befinden sich im Wandel, trotzdem sind sie nach wie vor wirkmächtig und
beeinflussen unseren Alltag. Raum kann Geschlecht produzieren: Räume
unterteilen Menschen, Städte sind gespalten an den Grenzen des Einkommens, die
nächtliche Stadt wird zum Angstort für Personen, die gelernt haben, dunkle
Straßen zu meiden. Wir werden geordnet, durch und in Räume_n. Das binäre
Toilettensystem ist nur ein Paradebeispiel dieser Sortierung durch
vergeschlechtlichte Orte. Neben der Konzeption von Zweigeschlechtlichkeit
beeinflussen noch viele weitere Kategorien unsere Bewegungs/un/freiheit: Dein
Alter, dein Aufenthaltsstatus, dein Körper, ob du Treppen steigen kannst, oder
nicht, … Es geht um Ein- und Ausschlüsse, es geht um die Unsichtbarmachung von
Weißsein und das Nichtzulassen von Zwischenräumen, dem Verweigern des Entweder
/ Oder.
Wir brauchen mehr Nischen, mehr Schwellen zur Uneindeutigkeit.
Die Fotoserie greift die vernaturalisierenden Diskurse auf, die Körper und
Raum/Textil synonym beschreiben und legt diese Ebenen visuell übereinander,
macht die Bildflächen durch/sichtig um aufzuzeigen, wie oft zwei Konzepte zu
einem verschmelzen und ihre Konstruiertheit
dabei zur Unkenntlichkeit verwischt. Ein Pelz ist ein Pelz ist ein Brusthaartoupet.